Neulich in der Oper: Paedohile in Venice
Also mal ganz ehrlich: Gegen Benjamin Brittens Umsetzung von Thomas Manns »Death in Venice« sind die »Zauberflöte« oder Verdis »Die Räuber« echter Opernkinderfasching. Denn was ich gerade beiwohnen durfte war nicht nur hart sondern schlug auch meinem Geschmacksfass die Nerven blank reibende Krone ins Gesicht. Und das obwohl es wirklich gut gesungen, toll getanzt und mit schönen eindrucksvollen Bildern umgesetzt wurde... Aber die Musik!!!! Sowas geht einfach gar nicht. Zwischen balinesischem Gamelangebimmel und gekonnten Disharmonien wurde mir zudem eins ganz deutlich klar - die englische Sprache ist einfach überhaupt gar nicht zum Opernsingen geeignet. Null. Nada. No Please! Nächstes mal also besser: Morte a Venezia
Aber zurück zum kurzen Inhalt (damit ihr auch mitreden könnt und bei dem Stichwort »Death in Venice« nicht gleich denkt es wäre der Originaltitel von »Wenn die Gondeln trauer tragen«):
Gustav von Aschenbach (ein schizophren-depressiver Vollhypochonder und nebenberuflicher älterer Sack) denkt er wird daheim krank und kommt auf die (für den Stücktitel zumindest) super Idee nach Italien zu fahren. Und wohin? Nach Venedig (war klar). Auf der Reise trifft er neben wirren Gesängen auch einen Typen der durch eine Puppe bauchredetsingt. Eigentlich sollten Herrn Aschenbach nach Handlung ein vergnügungssüchtiger Jüngling nebst altem Geck (aka Sack) begegnen, aber gut - man muss ja nicht jede Inszenierung kapieren. Jedenfalls geht's in Venedig gleich an den Lido wo sich halbnackte Jungen tummeln, die ab diesem Moment quasi permanent quer über die Bühne hopsen (natürlich halbnackt) und Herrn Aschenbach den Kopf verdrehen. Ruckizucki verknallt sich der stockpädophile Aschenbach in Tadzio (grosskotziger, Haare hinter gegelter Pole!?!) dem von seiner Familie (nebst drei Schwestern) der Hintern gepflegt hinter her getragen wird. Ständig fühlt sich Herr Aschenbach krank (hätte man so von einem Hypochonder nicht erwartet, was?) und will abreisen (natürlich in die Alpen - vermutlich wegen des Geissenpeters) kann aber nicht, weil er wegen dem fiesen Tadizio schon von griechischen Göttern träumt (die hier zur Steigerung des Irrsinns übrigens ihre Arien mit Fistelstimme singen - WTF?!?).
Weiter zur Verwirrung bei trägt die Tatsache, dass ganz heimlich die Cholera in Venedig ausbricht und alle aber so tun als wäre eigentlich nichts. Herr Aschenbach lässt sich beim Barbier (diesmal nicht von Sevilla) aufpimpen um Tadzio abzuziehen, was natürlich nicht klappt, weil Herr Aschenbach vorher an Cholera stirbt (Happy End: ein Pädophiler weniger). Immerhin also zumindest ein Toter (abgesehen von den restlichen Statisten). Die Opfer aufgrund der tödlichen Musik mal nicht mitgezählt..
Aber zurück zum kurzen Inhalt (damit ihr auch mitreden könnt und bei dem Stichwort »Death in Venice« nicht gleich denkt es wäre der Originaltitel von »Wenn die Gondeln trauer tragen«):
Gustav von Aschenbach (ein schizophren-depressiver Vollhypochonder und nebenberuflicher älterer Sack) denkt er wird daheim krank und kommt auf die (für den Stücktitel zumindest) super Idee nach Italien zu fahren. Und wohin? Nach Venedig (war klar). Auf der Reise trifft er neben wirren Gesängen auch einen Typen der durch eine Puppe bauch
Weiter zur Verwirrung bei trägt die Tatsache, dass ganz heimlich die Cholera in Venedig ausbricht und alle aber so tun als wäre eigentlich nichts. Herr Aschenbach lässt sich beim Barbier (diesmal nicht von Sevilla) aufpimpen um Tadzio abzuziehen, was natürlich nicht klappt, weil Herr Aschenbach vorher an Cholera stirbt (Happy End: ein Pädophiler weniger). Immerhin also zumindest ein Toter (abgesehen von den restlichen Statisten). Die Opfer aufgrund der tödlichen Musik mal nicht mitgezählt..
Labels: Daily Oper


3 Comments:
"wegen des Geissenpeters" gefällt mir am besten.
sehr cool :D
danke schöööööön :)
Klingt wie eine schreckliche Mischung aus "Die Pest" und "Lolita". Was Sie so auf sich nehmen. :)
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