Eigentlich wollte ich ja heute hier mal nachfragen, weshalb Frauen immer voll auf Berühmtheiten oder Autoritäten jeder Art abfahren aber »zu langweilig« dachte ich mir. Zu sexistisch, blöde Vorurteile und so, ihr wisst was ich meine. Daher also lieber mal einen kleinen Schwank aus meiner Zeit als Snowboard-Lehrer:
Beim Snowboard Unterricht gibt es im Grund drei Kategorien. Nein nicht Anfänger, Fortgeschrittene und Könner, sondern die Kindergruppe, die Gruppen mit Jugendlichen und die mit den Erwachsenen. Bei Kindergruppen kann man sich darauf einstellen, dass man permanent zu übergewichtigen Heulsusen rauf latschen darf um diese wieder hinzustellen (nein, die können nach dem zweiten mal hinfallen nicht mehr alleine aufstehen!) oder noch schlimmer, bei der Pinkelpause ständig darauf achten zu müssen, dass niemand in die eigene Kapuze des herunter gezogenen Overalls uriniert. Bei Erwachsenen gibt es zwar beim Toilettenbesuch weniger Probleme, aber dafür muss man jede Lehranweisung physikalisch erläutern und juristisch hinterlegen, nur um dann am Abend gefragt zu werden ob es eine schriftliche Zusammenfassung der Kursinhalte gäbe. Ergo hatte ich meist den Kurs mit Jugendlichen. Die fragen kein dummes Zeug und können alleine aufs Klo gehen. In diesem einen besagten Falle waren es 16- bis 20jährige Jungs und Mädels mit denen ich die ersten Schwünge üben sollte.
Nach etwa drei Stunden konnten alle so mehr oder weniger den Übungshang hinunter eiern. Hier und da stürzte der eine oder andere - konnte aber dank ausreichender Physis aus eigener Kraft wieder in die Vertikale gelangen. Nicht so Nadja. Die dunkelhaarige 20jährige blieb vor mir im Schnee
liegen sitzen. »Ah mein Knie...« rief sie in meine Richtung, was ich nach dem leicht theatralischem
Sturz sich Hinsetzen doch etwas verwunderlich fand. »Kannst du mal gucken? Ich kann nicht aufstehen.« Ich war kaum bei ihr, da hatte sie schon ihr Bein bis knapp unter die Hüfte freigekrempelt und sah mich mit großen erwartungsvollen Augen an. »Na gut...« mit Expertenmine betastete ich das Knie: »tut das weh?«, »Ja«, »...und das?«, »Ja, au«, »hmm und das hier?«, »Ja das auch« was wirklich erstaunlich war, da ich beim letzten Versuch gar nicht an ihrem Knie, sondern nur an ihrer Fessel gedrückt hatte.
»Kannst du noch bis runter gehen?« fragte ich sie »unten können wir dich gleich zu einem Arzt bringen.« in der Hoffnung der prophezeite Besuch bei einem Doktor würde zu einer schnellen Besserung führen. »Nein, aua... trägst du mich?« kicherte sie, denn nachdem die Gondelstation nur wenige Meter weiter oben war, trug ich sie tatsächlich den Berg hinauf anstatt einen Ackja (den man tollerweise
laut Wikipedia schreiben kann wie man grad Lust hat) zu rufen. In der kuscheligen Medigondel (ja, sowas hat jede anständige Seilbahn) bestand Nadja dann darauf ihr wehes Bein über meine Beine zu legen anstatt auf den Liegebereich, der extra in der Gondel für Krankentransporte vorgesehen war. »So tut's weniger weh.« Na meinestwegen. Danach folgten Erzählungen über ihre Piercings, und meine Versuche sie davon abzuhalten mir diese noch in der Gondel alle im einzelnen vorzuführen. Unendliche Minuten später kamen wir an der Talstation an, wo ich sie mit Erleichterung an den hiesigen Doktor übergeben durfte.
Als sie wieder raus kam (übrigens wieder komplett eigenständig und ohne jegliches Humpeln) nahm mich der Arzt zur Seite: »Mei, dera Knia foit fei nix! Wann's es interessiert hot die a gonz a andas Problem. Dera Madam hams hoit sauba an Kopf verdaht!« »Äh, wie bitte? Wie dass denn???« »Mei da sans fei net da erste! D'Skilehrer werdn do oiweil o'ghimmelt, des muass an dera eana Gene liang. Da ist's a wuascht wia schiachs san!«
Sexistisch - ich sag's ja!