Manhatten und zwei Homagen

Eine Glasscheibe trennt uns vom Sonnenuntergang über New Jersey. Debbie stolpert beinahe über ihre 8 Inch-Heels als sie unsere Drinks auf die Roof Top Terrasse des Dream Hotels bringt. Direkt aus Europa, selbst das Wasser. Nur Debbie nicht. Die ist aus New Jersey. Genauso wie der Sonnenuntergang. Im Cab auf dem Weg in den Meat District, ist alles russisch. Vor allem der Taxifahrer und sein ständiges Gequatsche am Handy. »Oh, you German? My first wife was German!«. Nein, Deutsch hat er durch sie nicht gelernt. Dafür war die Ehe bis zur zweiten Hochzeit dann doch zu kurz. Im Morimoto kommt alles aus Japan. Viermal die Woche wird der Fisch direkt aus Tokyo eingeflogen. Ich esse ein Steak von einem Kobe Rind während eine Etage tiefer eine Gruppe Inderinnen an der Bar auf ihre Dates warten. Die neue indische Upper Class steht auf Sushi. Die sitzt auch in Robert de Niros Nobu, das viel zu teuer und viel zu laut ist. Den indischen Damen scheint das egal zu sein. Mir nicht. Der Taxifahrer spricht kein Englisch. Dafür lautstark Pakistani übers Head-Set. Mobil Flat Rates sind der Alptraum jeder Taxifahrt. Techno im Pop Burger und auf den zahllosen Bildschirmen laufen Pornos in Endlosschleife. Man kann seinen zukünftigen Partner kennenlernen und dabei anderen beim Geschlechtsverkehr zusehen. Toll. Wir flüchten ins Kittichai nach SoHo. Der Taxifahrer stammt aus Afganistan und erzählt uns in zehn Minuten seine Lebensgeschichte während sein Mobiltelefon unablässlich neben ihm klingelt. An der Bar angekommen, steht ein riesiger Vogelkäfig mit Goldfischen neben mir. Der Wodka ist aus Kamtschatka. Das Wasser aus Norwegen. Das Taxi bringt uns in der Früh hinauf in die 72ste. Eine lange Fahrt. Der Fahrer ist ein Deutscher. Wir sprechen kein Wort.

Der Tresen - unendliche Weiten.
Mein Glas - halbvoll
Sehnsucht - doch der Stuhl neben mir ein leeres Vakuum -
Gefüllt mit Utopien.
Gestern hielt ich noch deine Hand,
Heute halte ich nur noch -
Das Whiskeyglas.
Für immer?







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