Interrail: Vergissmeinnicht
(Was bisher geschah...)
Man kennt das ja: Eltern räumen irgendwann kurz nach Weihnachten die Geschenke, über die sich der Nachwuchs tierisch gefreut hat, einfach wieder hoch in den Speicher und aus der Sichtweite der Kleinen und schon hat Mami und Papi zum Geburtstag oder einfach zu Weihnachten dann wieder ein prima Geschenk - inklusive der euphorischen Freude wie vom letzten Jahr, weil die Kleinen ja noch zu klein sind um zu schnallen wie man sie gerade eben wieder abgezogen hat. Klar, dass Eltern dann bei Teenagern immer noch annehmen, dass jegliches Begehren der Kids nach einem Jahr ganz locker ins Vergessen verpufft ist. Aber Pustekuchen! Mit 15 Jahren ist das Langzeitgedächtnis dann doch schon etwas ausgebildet. Zumindest so gut, dass wir im Juni 1987 schon wieder auf der Matte standen und unseren Individualurlaub per Interrail fernab der Erziehungsberechtigten einforderten.
»Nicht ohne deine ältere Schwester!« hiess es daraufhin von den Eltern meines besten Freundes. Und während Ihr euch jetzt schon eine heisse 17-jährige mit Modelmaßen vorstellt, erschrak ich bei dieser Drohung bis ins Mark. Denn bei der älteren Schwester handelte es sich um eine, für mich gefühlte 60-jährige (also nicht dass ich grundsätzlich etwas gegen 60-jährige hätte), die Kaugummi kauen als was total Modernes (und deshalb Verachtenswertes) und selbst eine kleine Schneeballschlacht für vollkommen unverantwortlich hielt. Würde die uns also ans Bein geschnallt werden, so könnten wir auch locker mit der Restfamilie nach Lignano gurken und dort sicher und behütet im Sand Drittklässler spielen.
»Meine Eltern haben es mir schon erlaubt« - die ultimative Geheimwaffe im Kampf um erste Gebietseinnahmen gegen Verbote der heimischen Erziehungsideale - brachte ich wie aus der Pistole geschossen hervor. Da war nichts mehr zu machen. Welche nachvollziehbare Logik könnte es schon geben, zu erläutern weshalb der Jüngere und noch dazu weitaus weniger verantwortungsvolle der Beiden fahren dürfte, aber der Ältere nicht? Eben. Und genauso war es dann auch. Das Ticket wurde gekauft und am 11. August 1987 stiegen wir vor winkend, ihre Besorgnis unterdrückenden Eltern in den D-Zug über Salzburg nach Zagreb.

Ach ja, und nachdem die Eltern meines besten Freundes also zugestimmt hatten uns ohne grosse Schwester ziehen zu lassen, war es natürlich ein leichtes auch noch die Erlaubnis von meinen Eltern zu bekommen...
Werden zwei Teenager den Schatz im Silbersee finden? Weshalb zahlt man eigentlich Eintritt in Nationalparks? Und vor allem, wann geht's denn nun endlich mal los?
Das alles und vieles mehr erfahrt ihr in der nächsten Folge...
Man kennt das ja: Eltern räumen irgendwann kurz nach Weihnachten die Geschenke, über die sich der Nachwuchs tierisch gefreut hat, einfach wieder hoch in den Speicher und aus der Sichtweite der Kleinen und schon hat Mami und Papi zum Geburtstag oder einfach zu Weihnachten dann wieder ein prima Geschenk - inklusive der euphorischen Freude wie vom letzten Jahr, weil die Kleinen ja noch zu klein sind um zu schnallen wie man sie gerade eben wieder abgezogen hat. Klar, dass Eltern dann bei Teenagern immer noch annehmen, dass jegliches Begehren der Kids nach einem Jahr ganz locker ins Vergessen verpufft ist. Aber Pustekuchen! Mit 15 Jahren ist das Langzeitgedächtnis dann doch schon etwas ausgebildet. Zumindest so gut, dass wir im Juni 1987 schon wieder auf der Matte standen und unseren Individualurlaub per Interrail fernab der Erziehungsberechtigten einforderten.
»Nicht ohne deine ältere Schwester!« hiess es daraufhin von den Eltern meines besten Freundes. Und während Ihr euch jetzt schon eine heisse 17-jährige mit Modelmaßen vorstellt, erschrak ich bei dieser Drohung bis ins Mark. Denn bei der älteren Schwester handelte es sich um eine, für mich gefühlte 60-jährige (also nicht dass ich grundsätzlich etwas gegen 60-jährige hätte), die Kaugummi kauen als was total Modernes (und deshalb Verachtenswertes) und selbst eine kleine Schneeballschlacht für vollkommen unverantwortlich hielt. Würde die uns also ans Bein geschnallt werden, so könnten wir auch locker mit der Restfamilie nach Lignano gurken und dort sicher und behütet im Sand Drittklässler spielen.
»Meine Eltern haben es mir schon erlaubt« - die ultimative Geheimwaffe im Kampf um erste Gebietseinnahmen gegen Verbote der heimischen Erziehungsideale - brachte ich wie aus der Pistole geschossen hervor. Da war nichts mehr zu machen. Welche nachvollziehbare Logik könnte es schon geben, zu erläutern weshalb der Jüngere und noch dazu weitaus weniger verantwortungsvolle der Beiden fahren dürfte, aber der Ältere nicht? Eben. Und genauso war es dann auch. Das Ticket wurde gekauft und am 11. August 1987 stiegen wir vor winkend, ihre Besorgnis unterdrückenden Eltern in den D-Zug über Salzburg nach Zagreb.

Ach ja, und nachdem die Eltern meines besten Freundes also zugestimmt hatten uns ohne grosse Schwester ziehen zu lassen, war es natürlich ein leichtes auch noch die Erlaubnis von meinen Eltern zu bekommen...
Werden zwei Teenager den Schatz im Silbersee finden? Weshalb zahlt man eigentlich Eintritt in Nationalparks? Und vor allem, wann geht's denn nun endlich mal los?
Das alles und vieles mehr erfahrt ihr in der nächsten Folge...
Labels: Daily Travel, Interrail


11 Comments:
zu geil, das passt ganz genau. ich begebe mich mitte september auf die reise, so hole ich mir vorher noch die schatzkarte und komme dann mit beute wieder.
ihr wart in hannover-langenhagen am silbersee? wahnsinn.
Wie niedlich, eine Checkliste für den Rucksack! Hab ich früher auch immer gemacht, nur des Abhakens wegen. Jetzt reise ich, wenn ich denn mal reise, nach dem Prinzip: Was ich nicht mithabe, brauche ich auch nicht. Was ich schon alles nachkaufen musste, unglaublich. ;-)
Ich merk schon, das wird noch spannender als Lost!
@Paulina, kommt vermutlich in der nächsten Folge und ich kann dir versichern... wir haben noch was für dich dort gelassen.
@Silli, von wegen! Das ist ja das kniffelige - den richtigen Silbersee zu finden. Wusste im übrigen auch schon der Winnteou oder sogar die Pfeife von Shatterhand senior.
@Scholli, ich muss ehrlich zugeben, dass ich seit 1987 für Reisen die länger als 14 Tage dauern IMMER eine Checkliste mache - und natürlich auch IMMER Reisetagebuch führe. Ist wirklich sehr hilfreich, besonders wenn man so ein last-minute Kofferpackverhalten sein eigen nennt wie ich...
@Kaal, ich werd mir Mühe geben und versuchen auch noch irgendwo einen Eisbären mit einzubauen!!!
Das sollte ich mir auch wieder angwöhnen, aber angesichts der Tatsache, dass ein längerer Urlaub erst in ein bis zwei Jahren wieder drin ist, naja, Schwamm drüber, ne.
Und mit dem Dubaitrip: Sowas ist ja übel!!
Urlaub erscheint mir auf einmal gar nicht mehr so verlockend...;-)
Ha ha ha... na gut, das war natürlich auch kein Urlaub, sondern der erste Anlauf zu einer Geschäftsreise in den Iran.
(Aber die Pistazien waren super!)
Immerhin! Wenigstens etwas.
Unangenehm ist das trotzdem. Es gibt ja kaum was langweiligeres, als im Flugzeug oder auf dem Flughafen rumzuhängen und zu warten oder festzusitzen. Ich habe mir mal im Flieger einen verdammten Lindsay Lohan Film angeguckt, aus purer Langeweile. Und als ich in Newark etwa drei Stunden in einem immer wieder überfrierenden Flugzeug saß, und auf die Startfreigabe warten musste, hat man uns Armageddon gezeigt. Draußen tobten die ersten Ausläufer einens Blizzards und wir durften kurz vor dem Start Endzeitfilme gucken, toll...aber immer noch besser, als Lindsay Lohan!
wow, ich bin zwar mit 15 auch nach Amsterdam getrampt, kann mir aber als Mutter eines 14-Jährigen heute nicht mal ansatzweise vorstellen ihn im nächsten Jahr alleine mit Freund auf große Fahrt zu schicken...
@Scholli, was hätte ich da für eine Lindsay Lohan gegeben... Zumindest hat's in Dubai überall schönen Teppichboden.
@Dolcevita, aha... und liegt das an deinen Erfahrungen von deiner Tramp-Tour nach Amsterdam???
2004 hattest du ja sogar mal ne Frisur.
sensationell.
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