Weisheiten zum Wochenende oder Weil`s Freitag ist
Weisheiten zum Wochenende, Kapitel 1, Evelyns bunte Gedankenparade oder was ich in Paris in den letzten Tagen gelernt habe:
1. Manche Franzosen machen - vielleicht gerade oder auch nur bei Fußballspielen - über Deutsche noch immer zweite Weltkriegswitze. Zumindest solange, bis sie merken, dass es sich bei der Tante neben ihnen gar nicht um eine "jolie mademoiselle", sondern um ein wahnwitziges (eigentlich habe ich diese Phase schon überwunden und befinde mich bereits im "Jenseits von Gut und Böse" state of the art äh mind) Fräulein handelt. Die wirkliche Tragik an dieser Situation ist aber nicht, dass jeder über jeden ja HOFFENTLICH Witze macht (ganz ehrlich, das wäre ja schlimm, wenn nicht), sondern die Tatsache, dass ich mir, wenn mir kein neuer Witz seit dem zweiten Weltkrieg einfallen würde, wirklich die Kugel geben würde.
2. Wenn man auf Terminen eingeladen ist sollte man niemals "Wollt ihr mich jetzt verarschen?" fragen. Auch nicht, wenn ein Klecks leckere Schlagsahne in einen Stickstoffbehälter geschmissen wird, als harter Klotz wieder rauskommt, mit Kakaopulver bestreut wird und einem dann schlussendlich mit erwartungsvollem Blick kredenzt wird.
3. Der letzte Schrei - le dernier crie - ist tragischerweise nicht für jeden der Brüller schlechthin. Schokopatronen, die man beim Kaffeetrinken einsaugen muss, um auf dem Gaumen ein besonderes Geschmackserlebnis zu erzeugen, mögen für manche die schönste Erfahrung sein, die sie in den letzten 2 Jahren gemacht haben. Leider gehöre ich nicht zu dieser Gattung.
4. Molekularkuchen ist in Wahrheit nichts anderes als gepresster Grießbrei, bei dem oben drauf noch eine Schicht roter Grütze druffgeklatscht wurde. Da bleibe ich lieber beim gedeckten Apfelkuchen. Weil da noch der Teig obendruff ist und keine Grütze.
Genau und nur deshalb. Nennt mich ruhig Banause.
Labels: Daily Selbstversuch, Daily Travel


5 Comments:
Ich werd dich demnächst mal daran erinnern, wenn du wieder deine Weltkriegswitzchen auspackst!
oh ja, büttebüttebütte
Im Hotel habe ich sogar einen Italiener Witze über Auschwitz machen hören. Da war ich dann wirklich seit langem das erste Mal wieder sprachlos.
Molekularküche kann man wegwerfen... ist vielleicht etwas fürs Auge, aber sicherlich nicht für den Gaumen. Viele von den dort eingesetzten Bindemitteln kenne ich schon seit Jahren - als Nährlösungen für stinkende Bakterienkulturen. ;-)
Tobi, ehrlich?? Die Evelyn hat sich da sowas wie umgekippten Schimmel reingezogen? Na das erklärt einiges!
Kommentar veröffentlichen
<< Home