Das positive an Gutachten
Es ist schon eine Weile her, die Konjunktur war noch mehr als schwach und schwarze Zahlen bei Bauprojekten ohne eine Heerschar von Anwälten im Grunde kaum machbar, da wurde ich zur gutachterlichen Beurteilung von einem schicken Loftprojekt bestellt.
Wirklich nobel wurde ein alter Industriebau in einem Hinterhof in neue luftige Wohnungen umgewandelt. »Sehr loftig«, so einer der Architekten, »bis hin ins theaterhafte« wäre die neue Konstruktion, weshalb es auch völlig unverständlich sei, dass die neuen Eigentümer nun bei der großzügigen Dachterrasse nun plötzlich irgendwie so ein ungutes Gefühl hätten.
Einmal Handauflegen Ein kurzer Blick genügte um zu erkennen, dass die mutige Umfunktionierung von einem Flachdach, welches lediglich 75kg/m² Schneelast tragen konnte in eine Dachterrasse mit erforderlichen 400kg/m² Verkehrslast, tatsächlich etwas »sehr lustiges« hatte. Und die danach einberufene Eigentümerversammlung, auf der der Verkäufer mit den haarstäubendesten Geschichten aufwartete, empfand ich schliesslich auch als etwas »Affentheaterhaftes«.
Nun, jedenfalls war mein Schwuppdiwupp-Kurzgutachten die Steilvorlage für einen saftigen Keulenschlag gegen den gelackten Loftverticker und seinen in Blumensprache gestikulierenden Hilfsplaner. Aussergerichtlich (und mit einem fröhlichen Ätschibätschi an alle Anwälte) konnte man sich darauf einigen, dass der Verkäufer insgesamt 132.000 Euro an meine Klienten zurück bezahlt. Ein Erfolg auf ganzer Linie. Nur nicht ganz für mich, denn mein Honorar lag hier bei unter 0,5% dieses »fast Streitwertes«...
Wenn das so weiter geht vereinbare ich demnächst vorher eine Gewinnbeteiligung!
Wirklich nobel wurde ein alter Industriebau in einem Hinterhof in neue luftige Wohnungen umgewandelt. »Sehr loftig«, so einer der Architekten, »bis hin ins theaterhafte« wäre die neue Konstruktion, weshalb es auch völlig unverständlich sei, dass die neuen Eigentümer nun bei der großzügigen Dachterrasse nun plötzlich irgendwie so ein ungutes Gefühl hätten.
Nun, jedenfalls war mein Schwuppdiwupp-Kurzgutachten die Steilvorlage für einen saftigen Keulenschlag gegen den gelackten Loftverticker und seinen in Blumensprache gestikulierenden Hilfsplaner. Aussergerichtlich (und mit einem fröhlichen Ätschibätschi an alle Anwälte) konnte man sich darauf einigen, dass der Verkäufer insgesamt 132.000 Euro an meine Klienten zurück bezahlt. Ein Erfolg auf ganzer Linie. Nur nicht ganz für mich, denn mein Honorar lag hier bei unter 0,5% dieses »fast Streitwertes«...
Wenn das so weiter geht vereinbare ich demnächst vorher eine Gewinnbeteiligung!


6 Comments:
Unglaublich, wie dreist dieser Verkäufer war. Erfüllt sein Verhalten nicht auch einen Straftatsbestand (vielleicht versuchte Körperverletzung)? Wie dem auch sei, 600 Euro ist doch besser als nix!
Klar und für meinen Aufwand auch völlig ok, jedoch wollte ich nur ins Gedächtnis rufen, dass so einige Berufszweige, das nicht so mit ihrem Honorar halten... Die kassieren tatsächlich Prozente.
Die Geschichte ist einfach immer wieder herrlich, wenngleich ich hier die blumenhafte Beschreibung des großen Blumenkübels vermisse ;)
Die DusolltesteineGewinnbeteiligungvereinbarendringend Besucherin
PS Bist Du dann dennoch weiterhin unabhängig?
In unserem Berufstand wurde eine Gewinnbeteiligung als unmoralisch und anstössig angesehen, was ja auch irgendwo in Anbetracht des Stundenauwandes verständlich und fair ist. Komisch nur, dass es genügend andere Berufe gibt, bei denen man dies allgemein einfach so hinnimmt...
Nachdem dies hier ein Privatgutachten war, musste ich nur sachlich und fachlich korrekt bleiben. Allerdings hätte ich als Gerichtsgutachter kaum etwas anderes schreiben können...
Ich denke in Deiner wie in anderen Brufsständen sollte so manches eine Frage der Ehre sein und bleiben. Aber das kann nur jeder für sich entscheiden. Ich denke, Du kannst morgens gut in den Spiegel schauen, weil Du über den Verlockungen stehst...
Die zumindesthastDudiesenEindruckbeimirhinterlassenGeldspieltnichtdieRollefürDich Besucherin
Ja, das tut es - zum Glück - nicht. Leider können sich viele so etwas aus ihren Randbedingungen nicht erlauben...
Apropos, wir schulden euch noch ein Abendessen!
Kommentar veröffentlichen
<< Home