Neulich in der Oper: Wunderpfeife
Ich bin ja bekennender Kulturbanause. Und da ich bestenfalls im Bereich Naturwissenschaften und Geographie als Telefonjoker einsetzbar wäre ist es wohl kein Wunder, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, was denn so die Handlung bei der Zauberflöte ist. Aber hey, immerhin wusste ich dass es »irgendwas mit Mozart zu tun haben muss«.

Was liegt da näher, als sich die Story mal gepflegt im Staatstheater rein zu ziehen; schon allein »um auch mitreden zu können«. Dies war übrigens auch der Grund, weshalb ich mir alle Rambo Filme angesehen habe. Ich sitze also da und lausche dem Gesang und bemühe mich der Geschichte zu folgen, was nicht so leicht ist, denn, bei der Aufführung handelt es sich um eine moderne Interpretation: Tenöre (hier Tamino) springen plötzlich aus dem Publikum auf und hüpfen singend auf die Bühne. Das Bühnenbild istnicht existent wohl ein Bühnenbild, nur eben von hinten. Der Vogelhändler selbst ist ein Autist und Papagena ist ne Putzfrau.

Und für alle, die bislang auch nicht wussten worum es in der Zauberflöte nun eigentlich geht, hier eine kurze Zusammenfassung:
Die Königin der Nacht heuert Tamino (Prinz, single) an, Pamina (Tochter der Königin, gutaussehend auch single) aus der Gefangenschaft Sarastros (Sonnenpriester, wtf) zu befreien. Papageno (Vogelhändler, single, lustig - so eine Art Jar Jar Binks des späten 18. Jahrhunderts) schliesst sich Tamino an. Von irgendwelchen Frauen bekommen die beiden eine Zauberflöte und ein Glockenspiel, welche sie vor drohenden Gefahren beschützen sollen (Aha!). Um Pamina zu bekommen, stellt sich Tamino den Prüfungen der Eingeweihten (die superfiese Nummer mit dem Schweigen). Pamina legt (typisch Frau!) das Schweigen als Abweisung aus und Papageno kann natürlich seine Klappe nicht halten (Jar Jar Binks halt!). Tamino besteht die Prüfungen (klar), wird geweiht und kriegt Pamina (auch klar). Papageno scheitert und will sich theatralisch umbringen, weshalb er in letzter Minute als Trostpreis noch Papagena bekommt. Zwischenzeitlich versucht die Königin der Nacht noch vergeblich Pamina zum Mord an Sarastros anzustiften und Monostatos (Sklavenaufseher, böse und natürlich schwarzer Hautfarbe!) scheitert bei dem Versuch bei Pamina zu landen (how vorhersehbar ist das denn bitte?). Jedenfalls gibt's keine Toten!
[Edit]
Gut ok, laut Story springt am Anfang eine Schlange (Tier, KEINE Frau!) über die Klinge. Tut aber nichts zur Sache, weshalb es wohl in meinem Fall übersprungen wurde.

Was liegt da näher, als sich die Story mal gepflegt im Staatstheater rein zu ziehen; schon allein »um auch mitreden zu können«. Dies war übrigens auch der Grund, weshalb ich mir alle Rambo Filme angesehen habe. Ich sitze also da und lausche dem Gesang und bemühe mich der Geschichte zu folgen, was nicht so leicht ist, denn, bei der Aufführung handelt es sich um eine moderne Interpretation: Tenöre (hier Tamino) springen plötzlich aus dem Publikum auf und hüpfen singend auf die Bühne. Das Bühnenbild ist

Und für alle, die bislang auch nicht wussten worum es in der Zauberflöte nun eigentlich geht, hier eine kurze Zusammenfassung:
Die Königin der Nacht heuert Tamino (Prinz, single) an, Pamina (Tochter der Königin, gutaussehend auch single) aus der Gefangenschaft Sarastros (Sonnenpriester, wtf) zu befreien. Papageno (Vogelhändler, single, lustig - so eine Art Jar Jar Binks des späten 18. Jahrhunderts) schliesst sich Tamino an. Von irgendwelchen Frauen bekommen die beiden eine Zauberflöte und ein Glockenspiel, welche sie vor drohenden Gefahren beschützen sollen (Aha!). Um Pamina zu bekommen, stellt sich Tamino den Prüfungen der Eingeweihten (die superfiese Nummer mit dem Schweigen). Pamina legt (typisch Frau!) das Schweigen als Abweisung aus und Papageno kann natürlich seine Klappe nicht halten (Jar Jar Binks halt!). Tamino besteht die Prüfungen (klar), wird geweiht und kriegt Pamina (auch klar). Papageno scheitert und will sich theatralisch umbringen, weshalb er in letzter Minute als Trostpreis noch Papagena bekommt. Zwischenzeitlich versucht die Königin der Nacht noch vergeblich Pamina zum Mord an Sarastros anzustiften und Monostatos (Sklavenaufseher, böse und natürlich schwarzer Hautfarbe!) scheitert bei dem Versuch bei Pamina zu landen (how vorhersehbar ist das denn bitte?). Jedenfalls gibt's keine Toten!
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Gut ok, laut Story springt am Anfang eine Schlange (Tier, KEINE Frau!) über die Klinge. Tut aber nichts zur Sache, weshalb es wohl in meinem Fall übersprungen wurde.
Labels: Daily Comix, Daily Oper


18 Comments:
Um in der Kinosprache zu bleiben ... Sarastro wird ja am Anfang als Mischung zwischen dem Imperator (aka Sith Lord) und Darth Vader beschrieben. Beim "Briefing" Taminos durch die Königin der Nacht ...
Im zweiten "Aufzug"(Akt) der Oper wandelt sich Sarastro plötzlich in ne Mischung aus Yoda und Luke Skywalker und die Königin der Nacht ist auf die dunkle Seite der Macht migriert und wird ihrer Kräfte beraubt ...
Spannend daran ist diese Veränderung der Rollen durch die (mögliche) Interpretation wer für was steht. Und zwar die Königin der Nacht für "Religion und Glauben" und Sarastro für "Aufklärung" und rationales Denken (Wissenschaften, Humanismus und so).
Mozart soll ja den Freimaurern nahe gestanden haben ... und damit kann in die Zauberflöte sogar eine politische Aussage hinein interpretiert werden.
Welche das ist?
Protest gegen den zu seiner Zeit herrschenden Absolutismus, der sich auf Glauben und Religion stützte ... das Ding ist schliesslich 1791 geschrieben worden, da sass Louis XVI schon nach seiner misslungenen Flucht nach Österreich (!) hinter schwedischen französischen Gardinen ... enfants de la patrie, le jour de gloire est arrivé ...
aha keine Toten, also doch etwas anders als Rambo, wa??
*fg*
(ich habe alles gelesen, ne, nicht das du denkst ich hätte nur den letzten Satz überflogen^^
Bei Wolkenbruch durch die Stadt Radeln, Kiteboarding, Wellenreiten auf der Isar: alles Kinkerlitzchen gegen diese Mutprobe. Also in eine moderne Operninszenierung hätte ich mich nicht getraut (obwohl die IT es mir immer wieder androht). Danke für den umfänglichen Bericht.
*lmao* Mach Du nur weiterhin so großartiges Opern-Kritik-Blogger-Fernsehen und ich lade Dich nach Berlin ins Ballett ein!
Also wer bei dieser Zusammenfassung kein bekennender Opernfreund wird, ist selber schuld. Einen Autisten und eine Putzfrau der geneigten Leserschaft schmackhaft zu machen, ist schon eine Aufgabe, die hier gelungen gemeistert wurde. Schön auch, dass man seine eigene Inhaltsangabe der doch so beliebten Oper noch einmal überdenken darf.
So hätte ich doch einen Wunsch: Meine erste Oper war (leider) Frau Butterfly, die, glaube ich, volle 30 Minuten brauchte, um sich selbst in die ewigen, japanischen Jagdgründe zu transportieren. Damals fragte ich mich, warum sich Selbstmorde so elendlich lang hinziehen müssen. So ergeht doch die Bitte, sich als nächstes diese Oper anzusehen, mit dem gleichen höchst amüsanten Opernblick, damit ich mit diesem Operntrauma wieder versöhnt werden kann. Das ist doch hier ein interaktives Blog, oder?
Oper ohne Tote = ohne mich!
Ich bin wohl auch ein Banause :)
@Mapaed, wow... denn der Wandel von Sarastro und der Königin der Nacht ist mir bei dieser Inszenierung irgendwo zwischen Riesenvogelkostüm und aus den Logen singen, verloren gegangen. Obwohl, jetzt wo du's sagst: Der Wandel wurde womöglich dadurch dargestellt dass erst Sarastro und im 2.Aufzug dann die Königin der Nacht in der Loge gehokt ist. Die Loge des Bösen sozusagen.
Aber bzgl. politischer Message und so: Die müsste man dann doch eher dem Schikaneder zuschreiben, wo er doch das Libretto verfasst hat, oder?
@Steuertusse, nun, Rambo stand ja auch eher mittig. Und mit Toten hatte ich ja eigentlich fest gerechnet...
@Cohu, todesmutig, ich weiss. Besonders lustig waren die zahlreichen US-Amerikaner neben mir, die ohnehin nur Bahnhof verstanden. Auf die Frage, ob sie denn wüssten worum es in der Zauberflöte ging, bekam ich zu hören: »It's an opera, right?«
@Creezy, lustigerweise dachten eben genannte (bei Cohu) US-Amerikaner vor Beginn der Vorstellung tatsächlich sie säßen in einem Ballett. Gegen die war ich ja quasi ein echter Opern-Geek!
@Rob, oh ha, tausend Dank für die Blumen. Leider obliegt meinen Einblicken in die Wunderwelt der Oper, der aktuelle Spielplan des Hauses hier um die Ecke. Weswegen wohl als nächstes womöglich »Carmen« von mir mit Handpuppen nachgespielt werden könnte...
@Schnute, hey, konnte ich ja nicht ahnen! Das nächste mal hoffe ich auf Blut in Strömen.
im 2.Aufzug dann die Königin der Nacht in der Loge gehokt ist.
Habe ich als erstes gelesen „Loge gekokst is“, mein Bildnis von Münchner Opern sollte ich überdenken, bei Gelegenheit …
Wie, was? Zauberflöte ohne Tote??
Und was ist mit der Schlange??? Ist sie gar dem Regisseur zum Opfer gefallen und gar nicht erst erschienen???? Barmherzige Götter!
@Creezy, mit ihrem Turban und der fetten schwarzen Sonnenbrille wäre sowas durchaus denkbar gewesen. Diesmal jedoch lag es ausschliesslich an meiner mangelhaften Orthographie.
@Bhuti, ausser vor dem Kartenschalter war keine Schlange zu sehen. Auch die drei Damen haben sich eher darum gekümmert sich um den Vorhang zu räkeln als eigenhändig Getier zu zerteilen. Empörend! Das nächste mal bestehe ich auf das Abmurksen der Schlange.
Bleibt allein die Frage, wer es schafft Dich in die Oper zu locken?
Die dashastDunochnichterzählt Besucherin
Ach, du kennst mich doch... ich muss ja selbst die haarsträubendsten Dinge ausprobieren.
Sehr schön erklärt, grosses Lob.
Ganz lieben Dank! Freut mich wirklich sehr.
Eeeeeeewig hab ich auf so eine Zusammenfassung gewartet. Wäre Opern-Kritiker nicht ein netter Nebenverdienst für unseren Doc? ;)
Na dann mach ich noch ein paar. Aber für mein unqualifiziertes Nörgeln auch noch Geld kassieren?!? Nö nö, da maul ich lieber kostenlos.
Die freimaurerischen Messages verlauten aus der Loge, logisch. Nothing as clear like a moderne Inszenierung.
Der Fundevogel bin ich ja...
Wow, Wolf, stimmt! Das hat ja fast schon Easteregg Charakter!!!
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