Kitesuffering
Letzte Woche bin ich ja von meiner schmerzhaften Einführung in die Welt des Kitesurfens zurückgekehrt. Zugegeben, ein paar meiner gerade abklingenden Blessuren gehen auch auf das Konto der Freeline Skates, aber unter der Härte von Wasser kann ich mir nach diesem Wochenende wirklich etwas vorstellen.
Zwar bekamen wir in den ersten zwei Tagen das Board zum Kiteboarding gar nicht erst zu Gesicht, aber das sollte nichts bedeuten. Schon während wir mit dem Dingi das erste Mal in die Mitte des Sees fuhren, wurde jedem sofort klar, dass man hier nicht zimperlich sein darf. Das Boot schoss über die Wellen und schüttelte uns Landrattenpack gut durch und ab und zu auch mal gegen den ein oder anderen harten Gegenstand an Bord.
Gunnar, vom Typ her eher lichtscheuer Finanzbeamter als Wellenbezwinger, wurde in den Kite eingehakt und Backbord über die Planken geschubst. Die Anweisungen des Ausbilders hörte er schon gar nicht mehr, schliesslich hatte er genug damit zu tun bei dem Seegang den Kopf über Wasser zu halten, wo er doch krampfhaft die Bar zur Steuerung des Schirms mit beiden Händen in die Höhe halten musste. Gerade hatten wir uns an den seltsamen Anblick von zwei Händen die irgendwo aus den Wellen ragen gewöhnt, da schoss auch schon der Kite in die Höhe und Gunnar zischte wie eine schwarze Silvesterrakete aus dem Wasser um kurz neben uns mit grossem Unterhaltungswert einzuschlagen. »Wer will als nächster?« Gunnar nämlich reichte sein Versuch schon. Offenbar hatte er sich zuvor schon bei der letzten Dingi Höllenfahrt einen Wirbel ausgerenkt.
Klar dass ich bei so ner Frage sofortwieder zurück will hier schreie und kurz darauf selbst an einem Schirm mit 12 Tonnen Zugkraft im Wasser hing. Mit etwas mehr Glück als Gunnar schaffte ich es den Kite in der Luft und mich im Wasser zu halten. Um das Manövrieren, das sogenannte Bodydragging, zu überprüfen, warf man mir das ersehnte Brett ins Wasser. Nur leider 20 Meter entfernt von mir. Und diese 20 Meter leider gegen den Wind. Ich liess mich also weit nach rechts durchs Wasser zerren und schluckte dabei gut den ein oder anderen Liter Aqua di Garda um dann beim nach links wechseln das Board schnappen zu können. Aber mit sieben Dioptrien war da kaum ein Stich zu machen. Eine halbe Stunde und einen zugegeben, von aussen betrachtet, unverständlich wirren Zickzack Kurs später hielt ich das Brett widererwartend doch noch in der Hand.
Während ich einhändig den Kite im Wind hielt, schlüpfte ich in die Schlaufen auf dem Brett. Keine Ahnung was der Ausbilder mir da zubrüllte. Ich streckte das vordere Bein und versuchte den Schirm in den Wind zu lenken. Langsam zog es mich aus dem Wasser. Ich konnte es kaum glauben: Nach zwei Tagen stand ich doch tatsächlich auf dem Brett. In den Wellen. Und ich fuhr. Vor mir die Berge. Ich fuhr...
Ganze zwei Meter. Dann riss es mich genau in die entgegengesetzte Richtung. Irgendwo neben mir zischte das Brett an mir vorbei und freute sich vermutlich insgeheim schneller als ich wieder auf das Wasser zu treffen. Während ich so dahin segelte drehte sich der Schirm um die eigene Achse und schoss plötzlich mit einem kräftigen Ruck nach unten. Der Aufschlag kam dann irgendwie schon etwas unerwartet. Und nachdem ich noch ein paar Meter unter Wasser geschliffen wurde, war ich verständlicherweise restlos beeindruckt.
»Ha, jetzt hab ich's raus!« rief ich, während ich mich aus den verhedderten Leinen um mich zu befreien versuchte. Quasi so als Lebenszeichen nach meinem Todesflug. Gleich nochmal bitte, schliesslich kann's ja nicht mehr schlimmer kommen!
Einen zweiten Versuch bekam ich aber leider nicht. Wir mussten sofort zusammenpacken um einen Fortgeschrittenen Kiter zu bergen. Der hatte sich bei ähnlichem Abflug mit dem Brett das eine Knie aufgeschnitten und das andere komplett verdreht.
Ich seh schon, das ist wieder genau der richtige Sport für mich!

Zwar bekamen wir in den ersten zwei Tagen das Board zum Kiteboarding gar nicht erst zu Gesicht, aber das sollte nichts bedeuten. Schon während wir mit dem Dingi das erste Mal in die Mitte des Sees fuhren, wurde jedem sofort klar, dass man hier nicht zimperlich sein darf. Das Boot schoss über die Wellen und schüttelte uns Landrattenpack gut durch und ab und zu auch mal gegen den ein oder anderen harten Gegenstand an Bord.
Gunnar, vom Typ her eher lichtscheuer Finanzbeamter als Wellenbezwinger, wurde in den Kite eingehakt und Backbord über die Planken geschubst. Die Anweisungen des Ausbilders hörte er schon gar nicht mehr, schliesslich hatte er genug damit zu tun bei dem Seegang den Kopf über Wasser zu halten, wo er doch krampfhaft die Bar zur Steuerung des Schirms mit beiden Händen in die Höhe halten musste. Gerade hatten wir uns an den seltsamen Anblick von zwei Händen die irgendwo aus den Wellen ragen gewöhnt, da schoss auch schon der Kite in die Höhe und Gunnar zischte wie eine schwarze Silvesterrakete aus dem Wasser um kurz neben uns mit grossem Unterhaltungswert einzuschlagen. »Wer will als nächster?« Gunnar nämlich reichte sein Versuch schon. Offenbar hatte er sich zuvor schon bei der letzten Dingi Höllenfahrt einen Wirbel ausgerenkt.
Klar dass ich bei so ner Frage sofort
Während ich einhändig den Kite im Wind hielt, schlüpfte ich in die Schlaufen auf dem Brett. Keine Ahnung was der Ausbilder mir da zubrüllte. Ich streckte das vordere Bein und versuchte den Schirm in den Wind zu lenken. Langsam zog es mich aus dem Wasser. Ich konnte es kaum glauben: Nach zwei Tagen stand ich doch tatsächlich auf dem Brett. In den Wellen. Und ich fuhr. Vor mir die Berge. Ich fuhr...
Ganze zwei Meter. Dann riss es mich genau in die entgegengesetzte Richtung. Irgendwo neben mir zischte das Brett an mir vorbei und freute sich vermutlich insgeheim schneller als ich wieder auf das Wasser zu treffen. Während ich so dahin segelte drehte sich der Schirm um die eigene Achse und schoss plötzlich mit einem kräftigen Ruck nach unten. Der Aufschlag kam dann irgendwie schon etwas unerwartet. Und nachdem ich noch ein paar Meter unter Wasser geschliffen wurde, war ich verständlicherweise restlos beeindruckt.
»Ha, jetzt hab ich's raus!« rief ich, während ich mich aus den verhedderten Leinen um mich zu befreien versuchte. Quasi so als Lebenszeichen nach meinem Todesflug. Gleich nochmal bitte, schliesslich kann's ja nicht mehr schlimmer kommen!
Einen zweiten Versuch bekam ich aber leider nicht. Wir mussten sofort zusammenpacken um einen Fortgeschrittenen Kiter zu bergen. Der hatte sich bei ähnlichem Abflug mit dem Brett das eine Knie aufgeschnitten und das andere komplett verdreht.
Ich seh schon, das ist wieder genau der richtige Sport für mich!

Labels: Daily Surf


2 Comments:
Whow...toller Bericht, so spannend, daß ich ihn tatsächlich bis zum Ende gelesen hab. Das wäre nix für mich...sitze lieber am Strand (auf Romö) und schau mir die vielen Drachen ganz gemütlich an *s* Viel Vergnügen und liebe Grüße, Corinna
Freut mich natürlich sehr, dass es für dich auch spannend war. Denn ganz ehrlich fand ich bislang auch, dass das Kitesurfen vom Strand aus gesehen doch ziemlich gemütlich wirkte...
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