Daily Surf: Kanaren, Teneriffa
Passend zum Wetter und weil ich erst vor kurzem ein bisschen was über einen meiner liebsten Surfstrände Playa del Socorro gelesen habe gibt's hier weiter unten jetzt mein lang fälliges Review zum Wellenreiten auf Teneriffa. Zunächst aber muss ich los werden wie ich überhaupt auf diesen Strand im Nordwesten gekommen bin:
Wellenreiten auf Teneriffa ist so eine Sache. Wir kannten zunächst einmal nur den Strand von Los Cristianos im Süden. Dort wo die Pauschaltouristen zu Tausenden zweimal täglich zwischen Liegestuhl und Betonbettenburg hin und her pendeln. Hier finden ab und zu internationale Surf-Contest statt, was für uns Grund genug war dort als erstes aufzuschlagen.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Brandung schlägt überall hart auf felsigem und manchmal sogar scharfkantigem Ex-Lavastein auf. Na wunderbar. Genau das richtige also für uns Ab-und-zu-mal-Surfer. Bei nem Wipe-Out kassiert man eine 1A Fressenpolitur. Und nicht nur dabei.
Nach einer halben Stunde hatte ich die Schnauze voll. Ich sass am Strand und guckte meinem Kumpel zu wie er krampfhaft versuchte nicht noch nezweite dritte Platzwunde am Rücken einzufangen.
Auf einmal war er zusammen mit einem anderen Typen in der Welle. Nur kurz, denn wenige Augenblicke später riss ihn der Typ an den Haaren vom Brett und beide verschwanden in der darüber schlagenden Gischt.
Als sie wieder auftauchten hielt ihn der Typ immer noch an den Haaren. Dann schlug er mit der Faust auf seinen Kopf.
Ich sprang auf und rannte vor zum Strand und rief irgendwas auf Spanisch. Was genau, weiß ich nicht mehr, denn genau als ich den Mund öffnete spürte ich einen dumpfen Schlag. Mein Kopf drehte sich zur Seite. Meine Brille löste sich von meinem Kopf und entfernte sich in langsamen schlingernden Bewegungen. In Zeitlupe konnte ich ihr dabei zusehen, wie sie um ein paar Tropfen Blut durch die Luft trudelte. Scheinbar schwerelos. Dann schlug ich am Boden auf.
Die Locals verstehen hier keinen Spass. Wenn sie surfen wollen, dann haben alle anderen Pause. Um das klar zu stellen benutzen sie eine universell verständliche Sprache. Und wer die nicht kapiert, dem werden die Reifen vom Auto abgestochen oder auch mal die Windschutzscheibe eingeschlagen. Wenn man sich hier umhört, bekommt man filmreife Geschichten geschildert.
Wir sammeln das losgeschnittene Brett von meinem blau verbeulten Freund ein paar hundert Meter weiter unten wieder ein und verlassen den Strand vorbei an dickbäuchigen Engländern, die schon ihr erstes Guinness des Tages vor zum Strand tragen.
Ganz anders ist der Norden der Insel. So erzählt man uns. Dort sei es relaxter und noch dazu schöner. Und tatsächlich: Nach zwei Stunden Autofahrt gelangen wir an den nächst besten Strand und dort doch tatsächlich den Platz an dem wir die nächsten sieben Tage unser Glück finden werden. Dem Playa del Socorro (war klar, oder?)
Der Playa del Socorro liegt etwas südlich von Puerto de la Cruz und ist nur per Bus oder Auto zu erreichen. Da es dort keinen Surf Shop oder ähnliches gibt, braucht man sowieso eine eigene Karre, denn die Busfahrer finden es meist nicht allzu witzig wenn man versucht sein Longboard durch die Bustür zu fädeln.
Der Break ist auf Sand und meist ordentliche zwei bis drei Meter hoch. Man hat hier Left- und Righthander, da die Brandung mittig zu beiden Seiten in Richtung Steine ausläuft. Trotzdem ist es aufgrund der Strömung meist nix für Anfänger.
Aber was soll's? Zumindest kriegt man hier nicht für jede falsche Bewegung eine aufs Maul.
Wellenreiten auf Teneriffa ist so eine Sache. Wir kannten zunächst einmal nur den Strand von Los Cristianos im Süden. Dort wo die Pauschaltouristen zu Tausenden zweimal täglich zwischen Liegestuhl und Betonbettenburg hin und her pendeln. Hier finden ab und zu internationale Surf-Contest statt, was für uns Grund genug war dort als erstes aufzuschlagen.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Brandung schlägt überall hart auf felsigem und manchmal sogar scharfkantigem Ex-Lavastein auf. Na wunderbar. Genau das richtige also für uns Ab-und-zu-mal-Surfer. Bei nem Wipe-Out kassiert man eine 1A Fressenpolitur. Und nicht nur dabei.
Nach einer halben Stunde hatte ich die Schnauze voll. Ich sass am Strand und guckte meinem Kumpel zu wie er krampfhaft versuchte nicht noch ne
Auf einmal war er zusammen mit einem anderen Typen in der Welle. Nur kurz, denn wenige Augenblicke später riss ihn der Typ an den Haaren vom Brett und beide verschwanden in der darüber schlagenden Gischt.
Als sie wieder auftauchten hielt ihn der Typ immer noch an den Haaren. Dann schlug er mit der Faust auf seinen Kopf.
Ich sprang auf und rannte vor zum Strand und rief irgendwas auf Spanisch. Was genau, weiß ich nicht mehr, denn genau als ich den Mund öffnete spürte ich einen dumpfen Schlag. Mein Kopf drehte sich zur Seite. Meine Brille löste sich von meinem Kopf und entfernte sich in langsamen schlingernden Bewegungen. In Zeitlupe konnte ich ihr dabei zusehen, wie sie um ein paar Tropfen Blut durch die Luft trudelte. Scheinbar schwerelos. Dann schlug ich am Boden auf.
Die Locals verstehen hier keinen Spass. Wenn sie surfen wollen, dann haben alle anderen Pause. Um das klar zu stellen benutzen sie eine universell verständliche Sprache. Und wer die nicht kapiert, dem werden die Reifen vom Auto abgestochen oder auch mal die Windschutzscheibe eingeschlagen. Wenn man sich hier umhört, bekommt man filmreife Geschichten geschildert.
Wir sammeln das losgeschnittene Brett von meinem blau verbeulten Freund ein paar hundert Meter weiter unten wieder ein und verlassen den Strand vorbei an dickbäuchigen Engländern, die schon ihr erstes Guinness des Tages vor zum Strand tragen.
Ganz anders ist der Norden der Insel. So erzählt man uns. Dort sei es relaxter und noch dazu schöner. Und tatsächlich: Nach zwei Stunden Autofahrt gelangen wir an den nächst besten Strand und dort doch tatsächlich den Platz an dem wir die nächsten sieben Tage unser Glück finden werden. Dem Playa del Socorro (war klar, oder?)
Der Playa del Socorro liegt etwas südlich von Puerto de la Cruz und ist nur per Bus oder Auto zu erreichen. Da es dort keinen Surf Shop oder ähnliches gibt, braucht man sowieso eine eigene Karre, denn die Busfahrer finden es meist nicht allzu witzig wenn man versucht sein Longboard durch die Bustür zu fädeln.
Der Break ist auf Sand und meist ordentliche zwei bis drei Meter hoch. Man hat hier Left- und Righthander, da die Brandung mittig zu beiden Seiten in Richtung Steine ausläuft. Trotzdem ist es aufgrund der Strömung meist nix für Anfänger.
Aber was soll's? Zumindest kriegt man hier nicht für jede falsche Bewegung eine aufs Maul.
Labels: Daily Surf


4 Comments:
kann man sich eigentlich an den stränden die surfbretter auch ausleihen und gibts auch vertrauensvolle surflehrer, die einem anfänger das surfen beibringen und wenn ja, ist das zu empfehlen?
@chris: einen surfkurs zu machen ist in jedem fall eine gute idee. neben handgreiflichen locals gibt es nämlich reichlich andere tücken, die selbst einen ab-und-zu aufdembrettsteher ein, zwei liter salzwasser schlucken lassen.
brett und instructor sind beim kurs inklusive (eh klar). an der französischen und portugisischen atlantikküste gibt es zahlreiche gute camps, die man easy per internet buchen kann. lohnt sich nämlich mehr als nur zwei tage dafür zu investieren...
Das waren wohl die Satanic Surfers, denen ihr da übern Weg gelaufen seid.
Ich glaub eher es waren die Surfer vom Hotelservice, die in ihrer surffreien Zeit den übergewichtigen nörgelnden Pauschalgeigen die 20ml Duschshampoo hinter tragen dürfen.
Kein Wunder dass man da ab und zu große Lust verspürt mal einem Besserfestländer die Fresse zu polieren.
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